PROLOG

Irgendwie stellt mir mein Beurteilungsvermögen eine böse Falle, wenn es darum geht, meine eigene Fitness einzuschätzen. Ich komme eigentlich vom Fußball und bin nun schon einige Jahre beim Tennis gestrandet. Selbst dabei schaffe ich es nicht mehr zu Spielen im Einzel, sondern beschränke mich auf die schonendste Art diesen Sport auszuüben, auf das Doppel. Die schönsten und schwierigsten Ballaktionen gelingen mir dabei übrigens, wenn ich auf der Terrasse sitzend, anderen kritisch zusehe. Doch zurück zur Fitness oder zu dem, was man noch glaubt zu haben und offensichtlich doch nicht so richtig einschätzt.

SPORT IST MORD. AUCH TENNIS IST SPORT

Unser Tennis-Doppelvergnügen geht einmal die Woche über 2 Stunden. Die erste Stunde vergeht immer wie im Fluge. Ich laufe viel, schwitze zwar wie Sau aber fühle mich ziemlich unterfordert. Mein mitleidiger Blick trifft die, die sich in dieser Phase schon zwischendurch hinsetzen und dabei auch recht gequält wirken. Eine weitere halbe Stunde intensiven Spiels später, meldet sich ein leichter Schmerz am Knie und wenig später muckt auch die Leiste. Davon motiviert, schaltet sich auch gegen Ende der 2 Stunden munter die Hüfte dazu und sorgt dafür, das meine Laufbereitschaft einen deutlichen Dämpfer erhält und viele Schläge, von denen ich annahm, sie durchaus zu beherrschen, durchschlagen nun die Hallendecke oder testen die Haltbarkeit des Netzes. Tapfer die aufkommenden Schmerzen ignorierend, sitzen wir nach der Dusche noch ein Weilchen bei kurzweiligen Gesprächen und einigen alkoholischen Leckerlis zwanglos bei einander. Wie gesagt „sitzen“.

Die Überraschung wartet jedesmal auf mich, wenn ich dann aufstehen möchte. Unbarmherzig schlägt der Schmerz gnadenlos zu. Was auch immer dann in dieser Zeit in meinem Körper vorgegangen ist, macht jede Bewegung zur Qual. Und was mich besonders nervt, nicht nur jede Bewegung. Die folgende Nacht darf ich unruhig rotierend in meinem Bett verbringen, weil ich es in keiner Position länger als 5 Minuten aushalte, da ich einen Ganzkörperschmerz empfinde. Diese schmerzende, nachsportliche Phase zieht sich oft bis weit in den nächsten Tag hinein und hat es schon mal geschafft, ganze 2 Tage und Nächte meinen Tatendrang extrem zu behindern.

EINE INAKZEPTABLE ALTERNATIVE

Oft wird mir danach von liebenswerten Mitmenschen (und von meinem Orthopäden) geraten, mich von solch Leistungssport ähnlichen Bewegungsdrang zu befreien und mich lieber in einem Sportstudio mit altersgemäßen Übungen fit zu halten. Ist leider absolut nicht mein Ding, ich brauche Ball und Geselligkeit. Ich habe mich einmal zu einem vermeintlich günstigen Jahresabo in einem Sportstudio verführen lassen. Das war das Teuerste, das ich je in einen Sport investiert habe. Kann aber auch daran liegen, dass ich dieses Studio in dem gesamten Jahr nur 3 mal besucht habe. Und da sich BISHER auch die unangenehmsten Schmerzen nach einigen Tagen wieder verziehen, freue ich mich jedesmal wie verrückt auf mein nächstes Tennismatch.

Was in einem Sportstudio bei einer ganz normalen Fitnessübung so alles passieren kann, ist in dem folgenden Film dokumentiert und erklärt auch meine tiefe Abneigung gegen derartige Einrichtungen. Ich empfehle das Ansehen nur wirklich hartgesottenen Zeitgenossen.

 

EIN PARADEBEISPIEL MIT MUSIK

Wenn unsereiner sich sportlichen Aktivitäten hingibt, ist das in den meisten Fällen für uns überaus anstrengend, aber nicht mehr besonders ästhetisch anzusehen. Hier greift auch das eigene Empfinden als Selbstschutz beschwichtigend ein, weil es uns vergaukelt, unsere Bewegungsabläufe hätten sich zu früheren Zeiten eigentlich überhaupt nicht verändert. Wie ästhetisch sportliche Aktivitäten wirklich sein können und wie spielerisch sie wirken, wenn sie von durchtrainierten Sportlern jüngeren Geburtsdatums auf die Straße gebracht werden, möchte ich euch in diesem Video vorführen. Genießt es Jungs.