In Unterhaltung

Die Werbebranche wird ja oft von so einem geheimnisvollen Flair umgeben. Man weiß eigentlich garnicht, was da in den Agenturen so gemacht wird, aber sie kassieren dafür immer irre Honorare. Fotoshootings werden vorrangig – natürlich nur mit ausgesuchten Topmodells – in der Karibik  gemacht und anschließend werden wildeste Parties gefeiert. Das alles stimmt genauso, aber findet leider viel zu selten statt. Sehr oft – leider viel zu oft – oder eigentlich immer,  sehen Fotoshootings in der stinknormalen Praxis etwas nüchterner und weit weniger sexy aus. So wie in diesem Fall. Die Aufgabe lautete für eine Tankstellenkette ein Poster zu entwerfen, das in deren Shops den Abverkauf eines Energiegetränks mit einem Sonderangebot bewerben sollte. Das Motiv: Eine Frauenhand hält dem Betrachter eine Getränkedose entgegen. Ist ja pipieinfach, denkt sich der Laie. Nee, nicht ganz, sagt der Fachmann. Da muss einiges im Vorfeld organisiert werden. Heißt auf Deutsch:
1. Finde einen Fotografen, der sowas gut kann und im besten Falle auch schon mehrfach bewiesen hat
2. Finde eine Frau mit perfekt gepflegten Händen, damit hinterher nicht stundenlang an den Aufnahmen retuschiert werden muss.
3. Finde einen Menschen, der das Objekt der Begierde (hallo, nicht das  Model) so vorbereitet, dass jedem, der das Motiv später sieht, das Wasser im Munde zusammen läuft und sofort losrennt, um es zu kaufen.

Wenn Punkt 1 bis 3 zur Zufriedenheit gelöst sind, kann das Shooting endlich beginnen. Nun ist es nicht so, dass das Model die vorbereitete Dose in die Hand nimmt, der Fotograf auf den Auslöser drückt und fertig is. Mitnichten, so einfach geht’s natürlich wieder nicht. Erstmal Licht machen. Heißt beim Fotografen, Licht einrichten, Probemotiv schießen, Licht verändern, Probemotiv schießen, Licht nochmal verändern, Probemotiv schießen und so weiter. Das kann sich schon mal hinziehen. Und die ganze Zeit sitzt das arme Handmodel und hält die Getränkedose tapfer der Kamera entgegen …..

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