Blättern wir den Kalender einige Jahrzehnte zurück,
da war Fleisch noch was ganz Besonderes.

Rückte das Wochenende näher, begann schon der Speichel aus den Mundwinkeln zu tropfen. Und warum? Es kam endlich Fleisch auf den Tisch! Zwischenzeitlich hat sich das stark geändert und durch Massentierhaltung ist das jederzeit und überall zu konsumieren und jeder haut rein, als gäbe es morgen nix mehr. Ist aus mehreren Gründen irgendwie auch nicht das Gelbe vom Ei. Also, alles in Maßen und dann noch eine ausgewogene Mischung mit Gemüse, Salat etc., scheint wirklich gesünder. So, ich nehme den mahnenden Zeigefinger wieder runter und komme endlich zur Sache. Obwohl ich zugeben muss, hin und wieder auch mal Heißhunger auf einen Burger zu haben, wurden meine Lebensgefährtin und ich vor Kurzem durch einen Restaurant-Gutschein (vom Tagesspiegel – sehr zu empfehlen) auf ein Prime Rib Restaurant in der Nürnberger Straße aufmerksam.

Die Fleischeslust war erwacht. Im ersten Moment verbanden wir beide die Bezeichnung laienhafterweise etwas gedankenlos mit Rippchen. Das war ebenso blöd wie falsch, aber nicht von Nachteil, wie wir später feststellten. Nachteil war zwar die Parkplatzsuche in der Nürnberger, ist aber für einen echten Berliner nicht wirklich ein Problem. Im Restaurant angekommen, entgleisten uns bei einem Blick in die Karte mal eben die Gesichtszüge ob der gut gewürzten Preise. Macht nix, dachten wir uns, jetzt haben wir einen Parkplatz, sind wir schon mal hier und müssen da jetzt durch – dem Gutschein sei Dank. Wir bestellten Prime Rib Master/Gentleman’s Cut, medium rare (satte 45,90 Euro pro), Soße und Beilage kosten extra. Klingt teuer, ist auch teuer. Aber liebe Fleischfans, das kann man sich mal gönnen. Das ist der absolute Hammer! Butterweich, analog zum Preis gut gewürzt – ein Hochgenuss. Ich zitiere kurz:

Unsere Spezialität ist das US Prime Rib, einzigartig in Berlin und so wie man es aus den USA kennt.
Höchste Fleischqualität und schonende Garmethoden machen diesen saftigen Braten zu einem kulinarischen Erlebnis.“

Das kann man einfach so stehen lassen. Yes.

Noch ein kleiner Tipp: Wer nicht völlig ausgehungert ist, der wird auch mit einem California Ladies Cut oder English Cut ausreichend satt. Der Gentleman’s Cut sind gefühlte 1.000g und könnte auch einen ausgewachsenen Jaguar einige Tage ernähren.

Die Location ist eigentlich ganz okay, hat bei sommerlichen Temperaturen auch eine Terrasse anzubieten. Einen Schönheitspreis werden sie nicht gewinnen, the King is the Prime Rib.

Comments
  • michael
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    Alles gut und bestes Fleisch im Top-Restaurant, die du aufzählst, ist ein spitze. Aber als diesjähriger Sieger der 1.WEBER-GRILL Barbecue Battle (20 Teams kämpften gegeneinander) kann ich nur, sagen, dass das richtige Grillen mit besten Fleisch auf einem WEBER Grill zuhause auf der Terrasse fast noch besser ist. Ich weiß, muss nicht WEBER sein (bekomme auch keine Prozente von denen), aber es macht richtig Spaß und schmeckt mit der richtigen Technik und Ruhe klasse. Kleiner Tipp von mir: kauft auf dem Markt verschiedene frische Kräuter noch am Stil. bindet sie dann am Stil wie ein Blumenstrauß gemischt zusammen und steckt sie kopfüber in ein kleines Glas mit bestem Olivenöl. Damit pinselt ihr das zu grillenden Fleisch etwa eine halbe Stunde vor dem Grillen ein, salzt es mit bestem groben Mehrsalz und ab auf den Grill. Und wenn das Fleisch dann nach dem Grillen noch etwas ruht noch einmal dünn einpinseln. Ich sage nur, auf das Fleisch und ein guten Tropfen Wein.

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