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Miami, Dezember 2015

Museum

Miami hat mit dem Art Deco District nicht nur ein bemerkenswertes Architekturviertel sondern auch eine weltweit anerkannte, sehr lebendige Kunstszene mit vielen Galerien und offenen Ateliers. Leider habe ich das erst in einem Magazin gelesen, als ich schon wieder weg war – dumm gelaufen, selbst schuld. Nun ja, wir waren auch auf der Durchreise und eigentlich nur 3 Nächte dort, wäre eh etwas knapp geworden, weil: traumhaft schönes Wetter und der Strand war soo nah. Trotzdem hat die Zeit gereicht, sich bei einem Museumsbesuch intellektuell zu bereichern. Unsere Wahl fiel auf das Jorge M. Perez Art Museum mit einer aktuellen Ausstellung über moderne Kunst.

Und nun komme ich zum eigentlichen Grund für diesen Beitrag. Beim Durchschreiten des wirklich auch beeindruckenden Museums, fiel mir vor manchem Exponat oder Bild eine Bemerkung ein, die schon vor vielen Jahren im Zusammenhang mit künstlerischen Auswüchsen von Beuys gefallen war:

Ist das Kunst oder kann das weg?

Neben wirklich außergewöhnlichen Werken von Gerhard Richter, dem höchst dekorierten und honorierten Maler der Gegenwart, gab es noch viele hoch interessante Künstler zu sehen, die ich namentlich nicht mehr auf dem Schirm habe. Aber es gab eben auch einiges aus dem Absurditätenkabinett, das mit dem Begriff zwiespältig noch hervorragend bedient ist. Ich will nicht ketzerisch wirken, aber manchmal kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, diese Ausstellungskuratoren trauen sich einfach nicht, auch mal NEIN zu sagen. Oder sie sind sich selber nicht mehr sicher, ob Banalität und Kreativlosigkeit auch eine Kunst ist. Unter Nichtachtung aller Verbotsschilder und unter Umgehung der strengen Blicke sämtlicher in erstaunlicher Vielzahl vorhandener Ordner, ist es mir gelungen, einige dieser zwiespältigen Werke zu fotografieren.

 

Bettgestell

ziegelsteineII

Bildpunkte_kl


Bild 1:
zeigt ein Viereck aus den Teilen einer uralten Bettumrandung gebaut. Innen stehen einige Restteile des Bettes, garniert mit 2 Ventilatoren, die den Betrachter liebevoll anpusten. Den Höhepunkt bilden 2 Leuchtstoffröhren, die den Boden unter diesem ultimativen Werk beleuchten. Na, det is doch wat, oder?
Bild 2: Hier wurde in genialer Weise Wellblech zu einer Tonne mit Deckel geformt. Mit etwas Phantasie erkennt man eine Raumkapsel. Um den intellektuellen Anspruch zu vertiefen wurde diese Tonne noch mit allerlei aus einer aktuellen Sperrmüllsammlung gefüllt. Aus dem Inneren plärrte zudem noch ein Radio undefinierbare Geräusche. Absolut genial ist die Stromzuführung in dieses Jahrhundertwerk mit eingebunden. Etliche Ziegelsteine, Reste des Wellblechs und eine Grünpflanze halten das Kabel am Boden und sorgen für stolperfreien Kunstgenuss. Absolut top!
Bild 3: Diese bahnbrechenden Motive läuteten ein neues Zeitalter in der Malerei ein (stand so als Erklärung daneben). Da fällt mir nichts zu ein, nehme ich mal so hin. Habe aber gleich meinen beiden Töchtern gratuliert, weil sie mit ihren Kindergartenzeichnungen dann wohl auch an dieser neuen Ära beteiligt sind.

Ich überlasse es nun euch, sich eine eigene Meinung zu bilden. Ich würde mich aber riesig freuen, wenn sich mal jemand zu einem Kommentar aufraffen könnte und seine Meinung zu diesen Werken posten würde („posten“ heißt in diesem Falle, mir einfach seine Meinung in das freie Feld unter dem Artikel zu schreiben). Also ran Jungs, ick warte …

Comments
  • BODO
    Antworten

    Was soll man da noch sagen ? Zu den Müllkunsthaufen fällt mir ein das mein Keller unbedingt entrümpelt werden muß . Die genaue Anschrift des Museums wäre
    hilfreich um einen Container zu senden. Diesen dann vor Ort öffnen und wahllos zu einem Berg formen . Noch ein Schild vom Künstler,also von mir ein Name der
    Skulptur event.Kellerberg und schon rollt der Rubel. Die neue Stielrichtung der Gemälde müßte eigentlich jeden Maler in den Wahnsinn treiben . Mann fühlt sich nur
    noch verarscht ! Ich kann da nix mit anfangen .Hab es selbst probiert , 10 Minuten hat es gedauert. Leinwand rot streichen ,mit Kleber einsprühen ,Tüte Popcorn
    draufkippen und einmal mit dem Pinsel ein Rechteck drum –fertig .

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